Erste Sitzung des neuen Stadtrats

Bei der konstituierenden Sitzung werden Hardi Lenk (SPD) und Dr. Georg Kurz (Bündnis 90/Die Grünen) zum Zweiten und Dritten Bürgermeister gewählt. Nun heißt es: Wieder ran an die Arbeit!

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Gemeinsam in den kommenden Jahren arbeiten:
Mit Offenheit. Mit Ehrlichkeit. Mit gegenseitigem Respekt.

Rede unseres neuen Bürgermeisters Thomas Kopf in der konstituierenden Sitzung des Stadtrates Penzberg am 12.05.2026.


Liebe Kolleginnen und Kollegen des neu gewählten Stadtrates, sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, liebe Penzbergerinnen und Penzberger, heute ist ein besonderer Abend.

Eine konstituierende Sitzung ist mehr als ein formaler Beginn einer neuen Amtszeit, sie markiert einen neuen Abschnitt für unsere Stadt: Neue Mehrheiten, neue Gesichter, neue Aufgaben - aber vor allem auch neue gemeinsame Verantwortung.

Denn unabhängig davon, aus welcher Fraktion wir kommen, unabhängig davon, welche politischen Schwerpunkte wir setzen: Wir tragen ab heute gemeinsam Verantwortung für Penzberg.

Und ich glaube, wir alle spüren: Diese Verantwortung ist gerade nicht klein. Penzberg steht vor herausfordernden Jahren. Die finanziellen Spielräume werden enger, die Anforderungen wachsen

Die Erwartungen der Menschen an Politik und Verwaltung bleiben hoch - zurecht. Wir erleben eine Zeit, in der vieles gleichzeitig passiert: Unsere Stadt wächst, die Infrastruktur kommt an Grenzen, Schulen und Kinderbetreuung beschäftigen uns, Wohnraum bleibt knapp. Gleichzeitig verändern Klimawandel, wirtschaftliche Unsicherheiten und gesellschaftliche Spannungen auch den Alltag in unserer Stadt.

Und trotzdem bin ich heute nicht pessimistisch.

Ganz im Gegenteil! Denn wenn man auf Penzberg blickt, dann sieht man nicht nur Herausforderungen. Man sieht vor allem eine Stadt mit außergewöhnlicher Kraft. Diese Kraft liegt nicht zuerst in Zahlen, Gebäuden oder Haushaltsplänen. Sie liegt in den Menschen.

Penzberg war nie eine Stadt, die einfach nur verwaltet wurde. Penzberg war immer eine Stadt, die von Menschen getragen wurde, die angepackt haben. Von Menschen, die Verantwortung übernommen haben, die sich eingemischt haben und die füreinander da waren.

Die großen Herausforderungen werden wir nicht allein im Sitzungssaal lösen. Wir werden sie nur lösen, wenn wir als Stadtgesellschaft zusammenhalten. Wenn Verwaltung, Politik, Vereine, Unternehmen und Bürgerschaft nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander.

Denn Zusammenhalt ist kein romantischer Begriff. Zusammenhalt ist in schwierigen Zeiten eine konkrete Stärke. Und Penzberg hat immer bewiesen, dass diese Stärke da ist, wenn es darauf ankommt.

Wenn man auf die Geschichte unserer Stadt blickt, dann erkennt man etwas Beeindruckendes: Penzberg musste sich immer wieder neu erfinden, vom Bergbauort zur modernen Industriestadt, von Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit hin zu neuen Perspektiven. Diese Fähigkeit zur Erneuerung gehört zu unserer DNA als Stadt. Und deshalb glaube ich, auch die heutigen Herausforderungen können wir bewältigen, wenn wir uns eines immer bewusst machen: Wir sitzen hier nicht für uns selbst, wir sitzen hier für die Menschen in dieser Stadt:

  • Für Familien, die bezahlbaren Wohnraum suchen,
  • für ältere Menschen, die sich Sicherheit wünschen,
  • für Jugendliche, die ihre Zukunft in dieser Stadt finden wollen,
  • für Unternehmen und Beschäftigte, die Verlässlichkeit brauchen,
  • für Vereine, die Unterstützung brauchen, und
  • für all jene, die erwarten dürfen, dass Politik Probleme nicht nur beschreibt, sondern Lösungen sucht.

Dabei wird nicht jede Entscheidung einfach sein. Es wird Konflikte geben, es wird unterschiedliche Meinungen geben. Und selbstverständlich wird es auch Fehler geben.

Aber entscheidend ist nicht, ob Diskussionen entstehen. Entscheidend ist, wie wir miteinander durch diese Diskussionen gehen. Ob wir Vertrauen stärken – oder Misstrauen wachsen lassen. Ob wir erklären – oder nur reagieren. Ob wir Menschen mitnehmen – oder sie irgendwann abhängen.

Ich wünsche mir, dass dieser Stadtrat ein Ort wird, an dem es nicht darum geht, die eigene Meinung durchzubringen, sondern darum, zu verstehen, warum das Gegenüber eine andere Meinung hat, andere Schwerpunkte verfolgt. Ein Ort, an dem man nicht zuerst fragt: „Wie überzeuge ich den anderen von meiner Position?", sondern: „Wo können wir uns begegnen und wie können wir uns finden?

Diese Stadt hat enormes Potential: Wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich.

Wir haben engagierte Menschen, starke Unternehmen ein lebendiges Vereinsleben, kulturelle Vielfalt, kurze Wege und die Natur direkt vor der Haustür.

Viele Städte wären froh über das, was wir in Penzberg haben. Nicht, weil alles perfekt ist, sondern weil diese Stadt die Fähigkeit besitzt, sich weiterzuentwickeln, ohne ihre Tradition zu vergessen.


Und genau daran sollten wir in den kommenden Jahren gemeinsam arbeiten. Mit Offenheit. Mit Ehrlichkeit. Mit gegenseitigem Respekt.

Und mit dem Anspruch, Penzberg miteinander zu gestalten. Dann können wir gemeinsam viel für diese Stadt erreichen. Und das sollte unser aller Ziel sein in den vor uns liegenden sechs Jahren.